Der Besuch in der Hauptstadt
19.07.2008 Oslo
Zunächst war heute Morgen noch einmal Hausputz angesagt - der letzte für diese Reise. Nachdem dies geschafft war, bewegten wir uns wieder Richtung Bushaltestelle, an der ich dann mein erstes Déjà-vu-Erlebnis für heute erleben durfte. Wir kamen dort an und auf der Bank an der Haltestelle saß eine etwa 40-jährige Holländerin, die mir spontan ihren Sitzplatz anbot. Ich kann mir bei jedem, der diese Zeilen liest, den leichten Spott im Gesicht vorstellen - Danke Freunde.
An der Sentralstatjon (Hauptbahnhof) verließen wir den Bus und statteten als erstes der neuen Osloer Oper an der Bjorvika, einer Bucht am Oslofjord, einen Besuch ab. Die Oper ist vollkommen neu und wurde erst im April 2008 eröffnet. Der Entwurf stammt von dem norwegischen Architekturbüro Snohetta und wetteifert im Aussehen direkt mit dem Opernhaus in Sydney. Es ist denkbar, das der Neubau dann, wenn Baustellen die in seiner unmittelbaren Umgebung verschwunden sind, ähnlich die Skyline der Stadt von der Hafenseite her bestimmen wird, wie die Oper in der australischen Metropole. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass man das Gebäude vom Wasserniveau aus auf seinen schräg ansteigenden Flächen bis das Dach begehen kann. Von dort oben aus hat man dann zukünftig sicher einen herrlichen Ausblick über den Hafen bis weit hinein in den Oslofjord mit seinen der Stadt vorgelagerten Inseln.

Im Juli ist natürlich Sommerpause an der Oper. Wir hatten aber das Glück, einen kleinen, kostenlosen, musikalischen Leckbissen im Foyer des Opernhauses zu genießen. Die Sopranistin Tuva Weideborg Hongve gab am Klavier begleitet von Christan Ihle Hadland eine Probe ihres Könnens. Nach dieser kulturellen Stärkung führte uns unser Stadtrundgang als nächstes zur Akershus. Sie wurde im 13. Jahrhundert von König Häkon V als mittelalterliche Burg gegründet und in der Regierungszeit Christian IV in ein Renaissanceschloss umgebaut. Die Osloer genießen hier auf den Wiesen zwischen den Festungsbauten den Sommersonnenschein und lassen es sich gut ergehen. Ein ausführlicher Spaziergang durch die Festungsanlagen lohnt auf jeden Fall.

Rund um die Festung, die sich wie eine Zunge in den Oslofjord erstreckt, legen die großen Kreuzfahrt- und Fährschiffe an. An der Pipervika, der anderen großen Bucht, liegt das in den Jahren 1931 bis 1950 nach Plänen von Arnstein Arneberg und Magnus Poulson erbaute Rathaus der Stadt, ein wirklich hässlicher Backsteinbau mit zwei Türmen, an dem das Glockenspiel, das zur vollen Stunde ertönt, ein kleiner Lichtblick ist.

Wir statteten dem nahe gelegenen Nobel Friedenszentrum noch einen kurzen Besuch ab und trugen uns in die Glückwunschliste zum 90. Geburtstag von Nelson Mandela ein.
Kaum waren wir wieder im Freien, wurden wir von einem kräftigen Regenschauer in die Aker Bryggen getrieben. Hier wurde in den alten Fabrikgebäuden der Aker Werft ein modernes Shoppingcenter eingerichtet. Nachdem der Regen nachgelassen hatte, fuhren wir mit der Straßenbahn zwei Stationen Richtung Innenstadt und setzten unseren Rundgang auf der Karl Johann Gata fort.
Die Domkirche bekamen wir leider nur in einer Verpackung wie von dem Aktionskünstler Christo zu sehen. Auch das Innere der Kirche ist wegen Renovierungsarbeiten für alle Besucher gesperrt.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle kauften wir uns noch eine süße Stärkung, die wir uns anschließend bei einer Tasse Cappuccino in der Sonne vor unserem Wohnmobil schmecken ließen.