Norwegens Hauptstadt ist erreicht
18.07.2008 Oslo
Wir hatten in Seljord eine ruhige Nacht verbracht und der Morgen begrüßte mit angenehmen Temperaturen und Sonnenschein. Gestern Abend hatten wir noch einen ausgiebigen Spaziergang durch den Ort und rund um den See gemacht. Die Gegend hier ist um diese Jahreszeit eine hübsche Sommerfrische, erlebt aber während der Wintersportsaison seine größte Zeit.

Gegen 10 Uhr setzten wir uns in Richtung Oslo in Bewegung. Wir wählten die E134, die uns anfangs durch sanfte Hügelketten mit vielen Weiden und Wiesen und später hauptsächlich durch bewaldete Täler bis nach Drammen, am westlichen Rand des Großraums Oslo, führte. Dort wechselten wir auf die E18 und der Verkehr nahm langsam städtische Formen an Die E18 erreicht nach wenigen Kilometern den Oslofjord und verläuft in der Stadt durch ein verwirrendes Tunnelsystem, welches mein Navigationssystem natürlich vollkommen überforderte. Nach einer Fehlentscheidung untertage fanden wir aber trotzdem sicher zu unserem Zeil, dem Campingplatz auf dem Ekeberg.
Nachdem wir uns etwas entspannt und gestärkt hatten, fuhren wir kurz nach 20 Uhr mit dem Bus in die City. Der Einzelfahrschein ist mit 30 NOK (knapp 4 €) recht teuer, das 24 Stundenticket mit 60 NOK dagegen richtig günstig. Wir wählten also das 24-Sundenticket und erreichten nach ca. 10 Minuten Fahrtzeit die Innenstadt.
Oslo scheint eine einzige Baustelle zu sein. Mir kommt es so vor, dass selbst Berlin in den Nachwendejahren nicht so viele Baustellen aufweisen konnte, wie Oslo heute. Hier in der Hauptstadt Norwegens, wird scheinbar ein Großteil der Petrodollars, die zurzeit ja reichlich fließen, verbuddelt. Ob am Hauptbahnhof, dem Dom, dem Hafen, der neuen Oper oder wo auch immer, ständig muss man an Absperrungen vorbei gehen oder über halbfertige Anlagen klettern. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Ortbild von Oslo in den nächsten Jahren erheblich verändern wird.

Wir spazierten also vom Hauptbahnhof kommend die Karl Johann Gata bis zum königlichen Schloss, machen noch einen kurzen Rundgang durch den Schlossgarten, schauten uns von außen das Rathaus und das Nationaltheater an und gingen dann langsam wieder zurück zum Bahnhof, wo wir gegen 22.30 Uhr wieder den Bus bestiegen. Anschließend genossen wir noch von unserem Wohnmobil den schönen Ausblick auf das abendliche Oslo. Die unten stehende Aufnahme wurde etwa um 0.15 gemacht und man sieht deutlich, dass die Nacht in Oslo um diese Jahreszeit noch immer nicht wirklich dunkel ist.
