Malmö auf der Durchreise
21.07.2008 Langballig
Heute war ein anstrengender Reisetag. Um 9.30 Uhr ging es los in Richtung Süden. Unser Tagesziel war zumindest die Öresundbrücke in Dänemark zu überqueren und uns dann einen geeigneten Platz zum Übernachten zu suchen. Als wir den Motor abstellten, waren wir aber bereits in Langballigau bei Flensburg und hatten immerhin 545 km zurückgelegt. Das war auf dieser Reise unsere bisher längste Tagesetappe. Wie es dazu kam, nun etwas genauer im Detail:
Wir starteten bei herrlichem Wetter und nahmen die E6/E20 in Richtung Malmö. Aber wie an vielen Tagen während unseres Skandinavienaufenthaltes änderte sich auch heute wieder das Wetter sehr stark und bald bedeckte wieder ein grauer Himmel unsere Route. Wir erreichten die Stadt zur Mittagszeit, fanden auch direkt nahe der Innenstadt einen geeigneten Parkplatz und hatten das Glück, dass es zumindest nicht regnete. Also starteten wir unseren obligatorischen Stadtrundgang.
Unser erster Weg führte uns zur St. Petri Kathedrale, einem gotischen Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert, der wohl nach dem Vorbild der Marienkirche in Lübeck entstand. Ungewöhnlich ist das weiß verputzte, ansonsten schmucklose Innere der Kirche.

Weiter ging es dann zum Stortorget, auf dem ein Reiterstandbild Karls X Gustavs steht. An seiner Ostseite findet man das Renaissance Rathaus und links die Residenz des Landeshauptmanns.
Über die Südwestecke gelangt man zum Lilla Torget, der von hübschen Häusern aus dem 14. bis 18. Jahrhundert eingerahmt wird. Hier findet man viele Restaurants und Straßencafes, die natürlich zur Sommerzeit den ungehinderten Blick auf die Häuserfassaden versperren.

Etwa 300 m weiter westlich erreicht man den sehr schönen Schlosspark, der bei dem trüben Wetter auch nicht seine Reize voll entfalten konnte. In Mitten des Parks steht das in den Jahren 1537 bis 1542 erbaute Malmöhus, eine vierflügelige Festungsanlage mit niedrigen, gedrungenen Ecktürmen. Der nach einem Brand im Jahre 1870 wiedererrichtete rote Backsteinbau durchlebte eine wechselvolle Geschichte als Residenz und Gefängnis. Heute befindet sich in ihm eine Reihe von Museen.

Wir gingen dann an den Kanälen entlang wieder zu unserem Wohnmobil zurück. Kurz vor 3 Uhr setzen wir unsere Reise in Richtung Süden fort. Kurz hinter Malmö erreichten wir die im Jahre 2000 fertig gestellte 7845 m lange Öresundbrücke, deren Kernstück die 1092 m lange Hochbrücke ist. Im Westen schließt sich dann noch ein 4 km langer Unterwassertunnel an. Die Maut betrug 650 SEK. Leider gibt es an der E20 keinen Parkplatz, von dem aus man das imposante Bauwerk hätte in Ruhe betrachten und fotografieren können.

Regenschauer hatten uns wieder eingeholt und wir ließen Kopenhagen rechts liegen. Kurz vor 5 Uhr erreichten wir dann die Brücke über den Großen Belt. Die Maut über diese 18 km lange Brücke ist vom zulässigen Gesamtgewicht des Fahrzeugs abhängig, was bedeutete, dass ich für die 4 t ziemlich exakt das Doppelte (87 €) wie ein Fahrzeug mit 3.5 t zahlen musste. Wir kamen uns geneppt vor und so beschlossen wir, in Dänemark keinen unnötigen zusätzlichen Cent zu lassen und setzten uns Flensburg zum neuen Ziel.
Gegen 20 Uhr erreichten wir dann Langballigau an der Flensburger Förde. Im Restaurant Fährhaus aß Inge eine Norwegische Lachsplatte und ich einen Fischteller. Beide Gerichte waren sehr lecker. Dazu tranken wir ein frisch gezapftes Bier. Bei Bezahlen stellten wir dann fest, wie preisgünstig wir in Deutschland leben können. Wir erlebten noch einen herrlichen Sonnenuntergang über der Förde.

Nahe unserem Stellplatz trafen wir dann noch Udo wieder. Ihn hatten wir im Norden an der RV 17 mit seiner Frau kennengelernt und in Älesund zum zweiten Mal getroffen. Wir werden uns Morgen wiedersehen und haben dann sicher viel zu erzählen.